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Reiseapotheke

Die Ferienzeit steht vor der Tür, und nicht nur wegen dem hiesigen Wetter lockt es uns in die Ferne. Aber auch wenn das Reiseziel warme Kleidung unnötig macht, steht manch einer schnell vor der Entscheidung, einiges zu Hause zu lassen, um keine Extragebühren für den Koffer zahlen zu müssen. Nicht selten bleibt dann die Reiseapotheke auf der Strecke, was man dann beispielsweise in Ägypten schnell teuer bezahlt.

Die ägyptischen Apotheker wissen nämlich sehr genau, was fast jeder Ägypten-Tourist während des Urlaubs mal braucht, wird doch so ziemlich jeder Tourist früher oder später von Pharaos Rache heimgesucht. Entsprechend teuer ist ein einfaches Mittel gegen Durchfall in Ägypten. Ich spreche hier aus Erfahrung: Bei einem Urlaub in Marsa Alam berichteten viele Hotelgäste von Preisen über 40 Euro für einfache Kohletabletten. Diese hat man in der Apotheke auch nur bekommen, wenn man vorher beim einzigen Arzt in der Gegend ein Rezept geholt / gekauft hat …

Daher: Auch wenn es schwer fällt, den achten Bikini und eins der paar Lieblingsschuhe zu Hause zu lassen: die an das Reiseland angepasste Reiseapotheke sollte in keinem Koffer fehlen. Neben den teilweise stark überteuerten Medikamenten werden je nach Land auch minderwertige Produkte angeboten. Daher gehört eine Reiseapotheke immer mit ins Reisegepäck. Was die Reiseapotheke genau enthalten soll, hängt von einigen Umständen ab:

  • der individuellen Konstitution des Reisenden,
  • der Reiseart und
  • dem Reiseziel

Bevor Sie nun in die Apotheke rennen und Anteile daran erwerben, sollten Sie sich auf einige wenige Mittel konzentrieren und diese individuell zusammenstellen (lassen). Beachten sollte man allerdings, dass Apotheker es schnell zu Gut mit dem Wohlergehen meinen und schnell mal ein paar Vitamin-C-Präparate knapp unter hundert Euro als ein MUSS auf Reisen ansehen. Daher unser Tipp: Beratung in der Apotheke ist gut, aber der gesunde Menschenverstand sollte jedes angepriesene Mittel auf den Prüfstand stellen. Zudem sollte man dem freundlichen Apotheker immer die Frage stellen, ob es nicht noch ein günstigeres Präparat mit gleicher Wirkung gibt.

Was gehört nun in die perfekte Reiseapotheke?

Zur Grundausstattung einer guten Reiseapotheke gehören neben Schmerztabletten, Mittel gegen Übelkeit und Desinfektionsmittel auch fiebersenkende Mittel. Unbedingt sollten auf Reisen in sonnige Länder auch Sonnenschutzmittel mit entsprechend hohem Sonnenschutzfaktor mitgenommen werden. In den meisten Urlaubsregionen, insbesondere in Tropengebieten, ist ein Mittel gegen Insekten bzw. insektenabweisende Mittel dringend empfohlen. Der beste und sicherste Schutz gegen Sonne und Insektenstiche ist allerdings immer noch das Tragen von langer Kleidung. Wurde man trotz Kleidung und Mittel gestochen, hilft eine entsprechendes Gel wie zum Beispiel Fenistil gegen das lästige Jucken. Fenistil hilft im übrigen auch gegen Verbrennungen. Pflaster, Verbandsmaterial und Desinfektionsmittel für die erste Wundversorgung gehören immer in die Reiseapotheke.

Wer für Reiseübelkeit auf Booten, bei langen Überlandfahrten oder auch bei unruhigen Flügen anfällig ist, sollte vorsorglich ein Mittel gegen Übelkeit in der Reiseapotheke mitführen. Beachten sollte man bei diesen Mitteln aber, dass diese starke Nebenwirkungen haben können. Autofahren, Tauchen oder Ähnliches sollte daher nach der Einnahme nicht ausgeübt werden. Dies gilt auch für die im Handel erhältlichen Pflaster gegen Reiseübelkeit!

Im Hotelzimmer warten ebenfalls einige gesundheitliche Risiken, die den Urlaub schnell vermiesen können. Klimaanlagen bieten zwar in vielen Ländern Erholung von der ungewohnten Hitze. Allerdings tragen Klimaanlagen immer wieder Schuld an urlaubsruinierenden Erkältungen und Schnupfen. Wer trotzdem nicht auf seine Kältekammer verzichten möchte (und wer will das schon im Urlaub), sollte für den Notfall ein Erkältungsmittel und ein fiebersenkendes Mittel in der Reiseapotheke mitführen.

Mittel bei chronischen Erkrankungen

Reisenden mit chronischen Erkrankungen (Diabetiker, Herzkranke, Asthmatiker), die auf ihre Medikamente angewiesen sind, sollten einige Vorkehrungen treffen, um nicht plötzlich ohne notwendige Medikamente dazustehen. Die Reisemedizinerin Bettina Flörchinger rät, die entsprechenden Dauermedikamente möglichst in doppelter Menge mitzunehmen – gleichmäßig verteilt auf Handgepäck und Koffer:

Sollte ein Gepäckstück abhanden kommen, müsste auf diese Weise der verbliebene Restbestand für die komplette Reisedauer ausreichend sein. Vor Reiseantritt ist mit dem behandelnden Arzt unbedingt zu klären, auf welche Weise Dauermedikamente (Herzmittel, Blutdruckmittel, Insulin) der Zeitverschiebung angepasst werden müssen. Und damit das Flughafenpersonal bei Ein- und Ausfuhr keine Probleme macht, ist es sicherer, eine ärztliche Bescheinigung (möglichst auf Englisch, auch in der Sprache des Urlaubslandes) im Gepäck mitzunehmen. Diabetiker beispielsweise haben dann weniger Probleme beim Mitführen von Spritzen und auch Zollbeamte reagieren bei etwaigen Kontrollen viel gelassener.

Taucher: „Ehm’schen Tropfen“ oder „Heidelberger Ohrentropfen“ …

Wenn Sie eine Tauchreise planen, sollten Sie unbedingt daran denken, dass die Ohren durch die unterschiedlichen Druckverhältnisse und Dauerkontakt mit Wasser, das Epithel des äußeren Ohrkanals anfällig für Infektion durch Pilze und das Bakterien macht, was zu sehr starken Ohrschmerzen und Entzündungen des Gehörganges führen kann. Am besten sollte man daher mit Kopfhaube tauchen und nach dem Tauchgang die Ohren mit Süßwasser ausspülen und anschließend trocknen. Ein Stirnband schützt vor Zug auf dem Boot, und wer dann mit Panotile Ohrentropfen vorbeugt, ist auf der relativ sicheren Seite. Erfahrene Taucher lassen sich übrigens spezielle Ohrentropfen in der Apotheke mischen (Stichwort ‚Ehm’schen Tropfen‘ oder ‚Heidelberger Ohrentropfen‚). Hier scheiden sich die Geister, ob diese wirklich helfen. Mir haben diese Mittel jedenfalls immer geholfen …

Checkliste – Grundausstattung Reiseapotheke

  1. Wegwerfhandschuhe
  2. Pinzette und  Schere
  3. Pflaster und Verbandsmaterial
  4. Sonnenschutzmittel
  5. Mittel gegen Durchfall / Verstopfung
  6. Medikament gegen Magen-Darm-Reizung
  7. Desinfektionsmittel, z.B. für Toiletten
  8. Wunddesinfektionsmittel
  9. Fiebersenkendes Mittel
  10. Fieberthermometer
  11. Schmerzmittel
  12. Erkältungsmittel
  13. Insektenschutzmittel
  14. Antihistaminikum (Fenistil etc.)

Je nach Reiseziel und Reiseart können noch weitere Mittel zur Reiseapotheke gehören. Für Individualreisende, die kein touristisches Ziel mit ausreichender medizinischer Versorgung planen, gehören eventuell auch ein Breitband-Antibiotikum, Einwegspritzen und Wasser-Desinfektionsmittel in die Reiseapotheke. Hier sollte man immer die hygienischen Bedingungen im Reiseland beachten. Apropos hygienische Bedingungen: Wir Deutschen neigen bekanntlich oftmals zur Übertreibung. Man muss nicht wirklich ein Einwegspritzen-Set in die Reiseapotheke packen, wenn man nach Mallorca oder Gran Canaria fliegt 😉

Dieser Beitrag wurde geschrieben am Dienstag, 1. Juni 2010 und wurde abgelegt unter "Gesundheit, Magazin". Du kannst die Kommentare verfolgen mit RSS 2.0. Du kannst hier einen Kommentar hinterlassen, oder einen Trackback senden von deiner eigenen Seite.